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Wie der Cocktail zu seinem Namen kam..versucht
immer mal wieder ein Bar-Hocker seinem Nachbarn am Tresen oder - mangels Nachbars zu fortgeschrittener Stunde - dem Barkeeper zu erklären. Je nach Zahl der geschlürften oder gekippten Cocktails werden dann die Ideen für die
Herkunft des Namens derselben immer bunter . Nahe liegend erscheint es angesichts farbenprächtig geschichteter Drinks, ein „Getränk so bunt wie die Federn eines Hahnenschwanzes“ eben cock`s tail – Hahnenschwanz zu nennen. Die
Idee verliert ihren Charme, solange man noch zu der Überlegung fähig ist, dass die ersten Träger des Namens optisch eher unspektakuläre Mixgetränke aus schwer trinkbarem Hochprozentigem, Likör, Zucker, Bitter oder Fruchtsaft
waren. Der Zweck des Mixens war zweifellos der, den harten Schnaps mit Anstand runter zu bekommen.
Mehre Versionen bringen eine gewisse Betsy Flanagan in Verbindung mit den ersten Cocktails, die auch so genannt wurden. Die
Witwe betrieb zur Zeit des Unabhängigkeitskrieges. ein Gasthaus in Elmshorn/New York, in dem auch öfters französische und jungamerikanische Militärs verkehrten. Dieses Publikum in Verbindung mit ihrem irischen Namen legt die
Vermutung nahe, dass auch alkoholische Erfrischungen gereicht wurden. soweit ist die Geschichte plausibel….
Nach Version 1 sagten französische Offiziere der Witwe eine liaison amoureuse zum hühnerzüchtenden Nachbarn nach. Um
nachdrücklich das Gegenteil zu demonstrieren, riß Betsy dem Lieblingsgockel des Nachbarn die Schwanzfedern aus und servierte ihren Gästen das berühmte Mixgetränk des Hauses in Gläsern, die sie mit den Federn schmückte.
Daraufhin rief einer der Franzosen„Vive le cock`s tail“ und der Name war geboren. Dass der Franzose den angelsächsischen Genitiv benutzt haben soll, ist wohl die kleinste Schwäche der Geschichte.
Version 2: Um ihre revolutionären Gäste verpflegen zu können, stahl Betsy die Hühner ihres der Krone ergebenen Nachbarn.
Mit den bunten Schwanzfedern garnierte sie die Drinks nach dem Essen. Jetzt kam wieder der Franzose mit seinem Trinkspruch…„Vive le cock`s tail“.(Vielleicht sagte er ja auch „cocktail“ weil er das Genitiv – s nicht über die
Lippen brachte - das macht die Geschichte aber auch nicht wirklich glaubwürdig).
Version 3: Einmal war George Washington zu Gast bei Betsy, und sie servierte ihm und seinen Offizieren ihre Mixgetränke.
Washington trug einen Hut mit Federschmuck und wieder kommt jetzt der Auftritt des Offiziers der seinem Boss zu schmeicheln versucht mit einem „To the cock`s tail!“ Wenn`s der Boss nur nicht falsch verstanden hat….
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Version 4: Zu fortgeschrittener Stunde in Betsys Lokal versuchte ein Offizier mit der Wirtin anzubandeln und lobte
überschwänglich ihre Drinks. Der Galan schnitzte den Vergleich, „der Drink wirkt auf den Gaumen so angenehm, wie Hahnenfedern schön für das Auge sind“ worauf wieder der Trinkspruchkrakeeler seinen Auftritt hatte: „Vive le
cock`s tail“ Ob der Offizier mit dieser Anmache landen konnte….
Ein ganz anderer Ansatz will den Namen auf das französische Wort coquetier – Eierbecher zurückführen. Demnach servierte ein Apotheker in New Orleans gemixte Spirituosen
in Eierbechern. Bei dieser Geschichte bleibt rätselhaft, warum der Apotheker einen Ausschank betrieb. Geerbter Familienbetrieb? Zweites Standbein? Persönliche Neigung? Wir wissen es nicht……
Um mindestens zwei Ecken denken die Verfechter der folgenden Erklärung: Üblicherweise wurde den nicht reinrassigen Pferden der
Schweif coupiert, was bewirkte, dass die gekürzten Haare einen hochgebogen Schwanz bildeten und so an einen Hahn erinnerten. Da die Mixgetränke so gemischt sind wie das Blut dieser „cocktailed“ Pferde, liegt der Name doch nahe, oder?
Eher unappetitlich ist diese Variante: Ein amerikanischer Wirt hatte ein Keramikgefäß in Form eines Gockels an der Bar stehen.. Darin sammelte er die Bier- und
Schnapsreste, die in den Gläsern der Gäste übrig geblieben waren. Am Schwanz des Gockels befand sich ein Auslass mit
Hahn, über den der Wirt den Mix in Gläser abfüllte. Diese „cocktail-drinks“ servierte er nun den Gästen, die ein bisschen klamm waren und sich nichts anderes leisten konnten. Der Infektionshygieniker hofft auf möglichst hochprozentige Reste…
Noch
eine Ekelvariante aus der Welt der Hahnenkämpfe: Bei den Kämpfen wurde ein Getränk namens „Cock`s Ale“ serviert. Das war ein Bier. in das zur „Verfeinerung“ ein Sack mit gekochten Hühnern, Rosinen, Mais und Zucker gehängt wurde. Das ließ man dann eine Woche ziehen und fertig war dieses zweifellos „spezial flavoured“ Getränk.
Aus der Szene der Hahnenkämpfe gibt es noch einige mehr oder weniger unwahrscheinlich anmutende Erklärungsversuche, hier eine der Glaubwürdigsten: Der Besitzer des
Siegerhahns erhielt als Trophäe die Schwanzfedern des Verlierers. Bei der Siegesfeier wurde natürlich auch angestoßen – auf „the cock`s tail“ und der Name war geboren.
Weitere Geschichten wie die mit dem mexikanischen König, dem amerikanischen General und einem Mädchens namens Coctel belassen wir im Dunkel der Mythen…
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