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1848 – Revolution in Ubstadt
1848/49– das ist in Baden zunächst die Zeit der Hoffnung auf ein zukünftiges Leben in einer liberalen Gesellschaft – dann aber verbindet sich mit di

Badische Revolution in Ubstadt
Geschichte der Hammerschmiede
Die Schmiede aus Spanien: Correll
 

esen Jahreszahlen die Enttäuschung über die gescheiterte Revolution. Auch in Ubstadt wurde dieses Scheitern hautnah erlebt: Nachdem im Juni 1848 badische Revolutionstruppen bei Wiesental von der preußischen Strafexpedition in die Flucht geschlagen worden waren, sammelten sich versprengte „Freischärler in Ubstadt. Am 23. Juni 1848 kam es mit den nachrückenden Preußen zu teilweise dramatischen Kampfhandlungen und Gewalttätigkeiten im Dorf.: Versteckte Revolutionäre wurden aufgespürt und am Scheunentor des Gasthauses „Schwanen“ (heute Rathaus) erschossen . Einige „Freischärler“ hatten sich im Kirchturm verschanzt und vor dem „Engel“ einen preußischen Hauptmann erschossen. Die Preußen stürmten daraufhin die Kirche und stießen zwei „Freischärler“ vom Glockenturm. Einer hielt sich an den Schalllöchern fest, worauf ihm die Hände abgeschlagen wurden......... Insgesamt fanden an diesem Tag in Ubstadt einige Dutzend Männer den Tod.

1848 - Hammerschmiede in Ubstadt
 Aber noch eine ganz andere Geschichte nahm im Ubstadt jener Tage ihren Lauf. Der Philippsburger Tüchnermeister Karl Heusler kaufte 1848 von einem Grafen Santel aus Eberbach die Wassergerechtigkeit des 1824 stillgelegten Salinenwerks. 1849 erhielt er von der „Großherzoglichen Badischen Regierung“ die Genehmigung zum Bau und Betrieb eines Hammerwerks und einer Schneidemühle. Nach Fertigstellung des Projekts wurden also mit der Wasserkraft des Kraichbachs über ein Wasserrad automatische Schmiedehämmer betrieben. Der Schmied hatte sein Werkstück nur unter dem Hammer zu führen, das kräftezehrende Schlagen mit dem Hammer entfiel. Vom Schmiedehandwerk verstand der Tüchnermeister aus Philippsburg nichts, oder die Zunftordnung verbot ihm, den Beruf auszuüben. Jedenfalls übertrug er 1861 die Führung des Betriebs einem Fachmann, dem jungen Hammerschmiedemeister Wilhelm Correll. Der war 1837 geboren als Sohn eines Wekzeugschmieds aus Untergriesheim bei Jagstfeld. Die Corrells übrigens waren Nachkommen einer uralten Schmiedekaste aus dem spanischen Toledo, die als Rüstungs- und Waffenschmiede über die Niederlande  nach Deutschland gekommen waren
Wilhelm Correll heiratete nun 1863 eine Tochter des Tüchnermeisters und übernahm 1866 das Schmiedegeschäft. Im gleichen Jahr wurde mit dem Sohn Otto Correll der letzte Ubstadter Hammerschmiedemeister geboren. Er übernahm 1899 den väterlichen Betrieb, sein Sohn Friedrich Correll, geboren 1906 in Ubstadt, starb 1940 als Soldat. Auch ein Enkel Ottos, der dann als Nachfolger auserkoren war, kehrte aus dem Krieg nicht zurück. So wurde die Hammerschmiede stillgelegt, als Otto Correll 1946 starb.
Das Betriebsgebäude der Hammerschmiede diente nacheinander als Obstkelterhaus , Flaschengaslager, Autowerkstatt und Künstleratelier. Im Wohnhaus lebte nach dem Tod der Eltern dann die alleinstehende Tochter Ottos - Emma Correll. Sie starb 1977 und mit ihr der Name Correll in Ubstadt. Emmas Schwester Wilhelmina Correll hatte den Holzhändler Emil Fank in Langenbrücken geheiratet. Ihr Sohn Alfred Fank setzte in den folgenden Jahren das doch etwas verkommene Anwesen wieder instand. Seine Tochter Brigitte und ihr Mann Lothar Blau erfüllen seit den 80er Jahren die Hammerschmiede mit neuem Leben: Zum einen lebt hier die mittlerweile 7-köpfige Familie, zum anderen ist das Anwesen der Sitz des Wein-& Sektguts Hammerschmiede und nicht zuletzt auch Schauplatz der Besenwirtschaft.

 

Die Corrells – Schmiede aus Spanien
Im August 1567 zog der Herzog von Alba nach den Niederlanden, wo Philipp II  einen Aufstand der Protestanten bekämpfte. Als Zeugmeister des Herzogs mit  im Troß war der Waffenschmied Corrello., der einem alten Schmiedegeschlecht im spanischen Toledo entstammte. Correllos Nachfahren blieben zunächst als Waffen- und Werkzeugschmiede in Holland. Als die Familie aber schließlich zum den Calvinisten übertrat, begab sie sich unter den Schutz protestantischer Fürsten in Deutschland und wurde so in alle Himmelsrichtungen verstreut. Weiterhin betrieben die meisten Zweige der Familie das Schmiedehandwerk. Ihr Markenzeichen war über Jahrhunderte hinweg der Reichsapfel. Als Kreis mit daraufstehendem Kreuz wurde er in die fertigen Schmiedestücke eingeschlagen. Auch die Hacken und Äxte aus der Ubstadter Hammerschmiede trugen dieses Qualitätssiegel.

 

Badische Revolution in Ubstadt

Geschichte der Hammerschmiede

Die Schmiede aus Spanien: Correll