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Wie Alles begann Es war einmal, Ende der siebziger Jahre, ein Physikstudent und eine Studentin der Pädagogik, die träumten von einem
gemeinsamen Leben auf dem Lande, mit Haustieren und Garten und der Idylle im Grünen. Er wohnte aber in Karlsruhe, während sie in Eichstätt/Bayern studierte. Es ergab sich nun zu ihrem Glück, daß sie auf´s Land
nach Ubstadt ziehen konnten und so lebten die beiden dann i n der Hammerschmiede, hielten Hühner, Gänse
und Schafe und besorgten den Gemüsegarten. Er arbeitete an seiner Diplomarbeit über „Photooxidation aromatischer polyzyklischer Kohlenwasserstoffe unter simulierten atmosphärischen Bedingungen“ am
Forschungszentrum in Leopoldshafen, sie bei einer Beratungsstelle in Karlsruhe. Gerne hätte das junge Paar eine Möglichkeit gefunden, seinen Lebensunterhalt auf dem Land– vielleicht sogar
mit der Landwirtschaft – zu verdienen. Als sich also 1982/83 die Chance bot, Rebflächen zu pachten bzw. zu kaufen, bewirtschafteten sie von jetzt auf nachher mit 10ha-Rebfläche einen lebensfähigen Weinbaubetrieb.,
der seine Ernte an die Winzergenossenschaft abgab. Das notwendige Wissen für die neuen Aufgaben holte sich der Jungwissenschaftler aus Büchern. Wie man eine Bibliothek benutzt, hatte er ja im Rahmen seines Studiums gelernt.
Wein ist spannender als Trauben Doch schon bald war dieses Wirtschaften eher
unbefriedigend: Gerade da, wo´s spannend wird, nämlich wenn aus den Trauben schließlich Wein wird, übergab der Jungweingärtner seine Ernte in andere Hände. Der Ehrgeiz, das Produkt von Anfang bis Ende selbst zu
erzeugen, trieb ihn wieder regelmäßig in die Landesbibliothek und bald war die verfügbare deutschsprachige Literatur zum Thema Kellerwirtschaft durchgearbeitet und der Entschluß zur Gründung eines
Weinguts stand fest. Nicht irgendein Weingut sollte es sein, sondern eines mit einigen Ansprüchen in Weinberg und Keller, die letztlich alle auf einen Zweck gerichtet waren und sind: Auf der Grundlage naturgemäßen
Wirtschaftens höchste Qualität zu schaffen. Also wurde die Rebfläche 1986 wieder verkleinert und mit dem 86er Jahrgang, der noch im Keller eines Kollegen gekeltert wurde, der Sprung in die
Selbstvermarktung gewagt. Die 87er waren dann die ersten Weine, die in der Hammerschmiede gekeltert, ausgebaut und abgefüllt wurden. Und da die junge Frau eine Vorliebe für Sekt hatte (übrigens auch heute noch
hat), wurde von diesem Jahrgang auch gleich ein Winzersekt gemacht, ein „Weißer Burgunder, extra brut“, natürlich qualitätsbewußt im aufwendigen Champagnerverfahren. (weiter)
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Vom Newcomer.... Und prompt stellten sich die ersten Erfolge in Form von Anerkennung in der Fachwelt ein, Erfolge von
denen der Novize imWeinfach nicht zu träumen gewagt hatte. Beim Deutschen Weinwettbewerb 1988 , veranstaltet von der Zeitschrift „Alles über Wein“, bewertete eine hochkarätige Jury von Weinfachleuten insgesamt fast 800 Weine
von Gütern und Genossenschaften. Gleich zwei Hammerschmiede – Gewächse des Premierenjahrgangs 1987
rangierten nach der Blindverkostung unter den Badischen Eliteweinen. Und das, obwohl der Spitzenwein des Jahrgangs, eine Riesling Spätlese, von der Teilnahme ausgeschlossen blieb, da der Wein in 0,5l statt der vorgeschriebenen 0,75l Flasche gefüllt war! Der erste Sekt aus der Hammerschmiede sorgte für noch größere Furore: Mit der „Goldenen Medaille“ bei der Prämiierung des Badischen Weinbauverbandes und dem
„Großen Preis“ bei der nationalen Prämiierung der DLG wurde dieser Sekt ganz offiziell auf höchste Siegertreppchen gestellt. Diese Erfolge gleich zu Beginn befreiten den autodidaktisch zum Weinmacher gewordenen Physiker
natürlich von einigen Sorgen, denn ganz sicher war auch er sich nicht gewesen: Kann man denn ohne „richtige“ Lehre überhaupt Winzer sein, würden seine Weine außer ihm selbst auch noch andern Leuten schmecken? Nun ,
der Anfang war so erfolgreich wie nur irgend möglich und es sollte so weiter gehen! 1990 entdeckte der „Weinpabst“ Rudolf Knoll, Chef der deutschen Redaktion von „VINUM die Hammerschmiede. Die internationale
Weinzeitschrift berichtete über Weine aus alten Reben und suchte solche Tropfen aus alten Rebbeständen per Ausschreibung über die regionalen Verbände. Bei der Probe mit Weinen aus allen deutschen
Weinbauregionen wurde am besten bewertet ein 1988erHammerschmiede – Auxerrois aus den ca. 1960 gepflanzten Reben im Zeuterner Himmelreich. Für den Weinjournalist Rudolf Knoll war dies
der Anlaß, sich näher mit dem Newcomer aus dem Badischen zu beschäftigen. Er kam zu einer Betriebsbesichtigung nach Ubstadt, probierte mit wachsender Begeisterung sämtliche Weine und Sekte des
Gutskellers. Nach einigen Wochen fand sich ein ganzseitiges Portrait der Hammerschmiede im „VINUM“, Tenor: „Unbekannter Winzer mit außergewöhnlichen Weinen, die Beachtung verdienen“.
Zusammen mit der Berichterstattung in der Fachpresse über die ersten „Kraichgauer Weintage“, wo praktisch alle namhaften Gutsbetriebe des Kraichgaus ihre Weine präsentierten („Überragender Betrieb: die
Hammerschmiede“), brachte dieser „VINUM“ – Artikel der Hammerschmiede die endgültige Anerkennung als überdurchschnittliches Qualitätsweingut.
...zum Establishment Ab 1992 gehört die Hammerschmiede zu den ausgewählten Betrieben,
die im Rahmen von „Baden Classic“ die Badischen Spitzenweine überregional präsentieren. (Schöne Tage in HH!). Besonders die Gutssekte aus der Ubstadter Manufaktur gelten als Spitzenprodukte,
zum Beispiel für die Weintester des französischen „Gault – Millau WeinGuide Deutschland“, und auch der „Feinschmecker“ führt die Hammerschmiede in seiner Broschüre von 1996 „Die besten Weingüter in Deutschland“!
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Es gibt sie also noch, die Hammerschmiede, nach 10 Jahren als etabliertes Weingut mit gutem Ruf! Aber was für den mittlerweile auch 10 Jahre älteren Ex - Jungwinzer als Erfolg zählt, wird am
besten ausgedrückt durch das Bild, das sich an einem lauen Sommerabend in der Besenwirtschaft darbietet: Da ist der idyllische Hof der Hammerschmiede, auf den Tischen die Weine und Sekte, gutgelaunte Gäste beim Essen und
Trinken, (Wein-) Freunde und Kunden in heiterem Gespräch. Das ist das Leben, das es wert ist, gelebt zu werden, und wer es Erschaffen kann für sich und für andere ist ein glücklicher Mensch. (nach oben)
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