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Essen, Trinken, Männer, Frauen

Sommer 2006 - Fußballfreie Zone in der Hammerschmiede

Ubstadt im März 2006 Was für ein Medienjahr! Noch kein Viertel davon vorüber und doch ist man schon komplett bedient, zerrieben zwischen den Fronten „Mozartjahr“ und „Fußballweltmeisterschaft“ und über allem die Vogelgrippe!. Von der einen Seite zauberflötet Don Giovanni so manches Klavierkonzert, wenn er nicht mit Österreichischem Zungenschlag Mozartkugeln zerdrückt. Die „Neuigkeiten“ zu Mozart werden mit dem zeitlichen Abstand zum Geburtstag (am 22. Januar) wohl wieder auf ein Normalmaß zurückgehen. Auch läßt der zeitliche Abstand zum Todesjahr 1791 hoffen, dass wir nurmehr selten von Nachrichten wie der vom Januar 2006 belästigt werden: "Hochrangige" Experten konnten erstmals eine DNA-Analyse und eine chemische Prüfung an dem Schädel, der für den Mozarts gehalten wird, durchführen. Das für die DNA-Analyse erforderliche Vergleichsmaterial stammte von Skeletten, die aus dem "Familiengrab" der Mozarts auf dem Salzburger Friedhof St. Sebastian geborgen wurden. Leopold Mozart ist nicht in diesem Grab, sondern in der Kommunalgruft begraben. Die Bemühungen erbrachten somit mangels Vergleichmaterials keinerlei Hinweise auf die Echtheit des Schädels. Wer will uns wohl mit dieser Meldung was sagen???

Mit Blick auf das andere große Thema des Jahres muß sich der phantasiebegabte und durchaus in Maßen fußballinteressierte Zeitgenosse von einigen Fußballweisheiten und Lebensgewissheiten verabschieden: Sepp Herberger glaubte noch, „Das Spiel dauert 90 Minuten“ aber schon die Fernsehübertragung eines Freundschaftsspiels der Nationalmannschaft blockiert mindestens einen Fernsehsender für mindestens vier Stunden, die Differenz zur echten Spielzeit nennt der erfahrene Zuschauer „Fesselballon“ - gefüllt mit heißer Luft. Leicht läßt sich voraussagen, dass im Juni/Juli dann für die Berichterstattung pro WM -Spiel inklusiv Vorschau und nachbetrachtenden Stellungnahmen und Diskussionen 24 Stunden nicht ausreichen werden, und weil ja täglich gespielt wird, ist es leicht zu verstehen, dass mehrere Sender gleichzeitig berichten müssen – rund um die Uhr, versteht sich.

Das Runde muß ins Eckige!“, so lautet stark vereinfacht die Fußballregel für Laien. Einfach ist das Spiel, so suggeriert uns dieser flotte Spruch, unkompliziert und leicht zu verstehen! Weit gefehlt, die Wirklichkeit lehrt uns, dass mit großem Ernst, ausdauernd und sogar leidenschaftlich lange Wortgefüge abgesondert werden können zu Themen wie „eng gemachte Räume“, „Schiedsrichterleistung“, oder „psychologisch wichtiger Anschlußtreffer“ ganz zu schweigen von den Platzverhältnissen, der Abendsonne und den Eheproblemen des Linienrichters.

Fußball ist die schönste Nebensache der Welt“ Das stimmt – für die Freizeitkicker, die nach einer Halbzeit auf dem Bolzplatz in der zweiten „Halbzeit“ müde aber glücklich die Flüssigkeitsspeicher ihrer verschwitzten Körper auffüllen, an der Theke versteht sich. Für alle anderen gilt, dass mit steigendem sportlichem Niveau der Ernst der Sache immer weiter in den Vordergrund rückt: Der bisherige Gipfel dieses Jahres wurde im März erreicht, als Bundestagsabgeordnete nach dem verlorenen Testspiel gegen Italien forderten, der Bundestrainer solle Ihnen im Sportausschuß des Bundestages Rede und Antwort stehen. Das läßt allerhand befürchten für den weiteren Jahresverlauf, schließlich kam es1969 nach einem Fußballspiel zwischen Honduras und El Salvador zu einem ausgewachsenen Krieg mit Kampfflugzeugen, Armeen und 3000 Toten – und das Spiel war nur ein Qualifikationsspiel zur WM!! Die Diskussion über einen Einsatz der Bundeswehr bei der WM erscheint in diesem Zusammenhang in einem ganz neuen Licht...

„Einen Sommer lang nur Fußball - im Radio, im Fernsehen in der Zeitung am Arbeitsplatz und in der Kneipe – ich freu mich drauf und kann mir nichts Schöneres vorstellen!“ Wer so unterwegs ist, kann sich auf einen herrlichen Sommer ganz nach seinem Geschmack freuen. Für alle anderen, die wissen, dass auch die Live-Übertragung eines Fußballspiels nur wenig mit dem richtigen Leben zu tun hat, mit dem Leben das man spürt, wenn man selbst was unternimmt (und sei es, dass man Fußball spielt), sich mit Freunden trifft, miteinander redet, isst und trinkt und feiert, für all jene also, die sich im Sommer 2006 zumindest hin und wieder nach einer „fußballfreien Zone“ sehnen, bieten wir in der Hammerschmiede Abende mit Gespräch und Genuß, anregende Unterhaltung und leibliches Wohl und das live und echt.

Neben dem normalen Betrieb, wie gesagt garantiert ohne „Fußball-Heißluft“, haben wir uns gerade für diesen Sommer auch wieder einige spezielle Veranstaltungen (mit Voranmeldung) ausgedacht: Zunächst gibt es nach dem überwältigenden Erfolg des Vorjahres wieder einen Abend mit Harald Hurst, der mit „seim G`schwätz“ scheinbar mühelos Vergnügen und Wohlbefinden verbreitet, was wir mit Wein und Flammkuchen unterstützen werden.

Beliebte Tradition sind mittlerweile unser Italienischer und Spanischer Abend. Dabei gibt`s außergewöhnliche Genüße aus der Küche im jeweiligen Landesstil, begleitet von unseren Weinen im Pauschalpaket.

Wie schon einmal vor einigen Jahren veranstalten wir wieder einen Mittelalterlichen Abend, wo nicht nur das Küchenangebot mittelalterlich-deftig ausfällt: Unterhalten werden die Gäste von der Gauklertruppe „Comestrada“ aus Bretten, deren Mitglieder in stilechte Kostüme gewandet mit Musik, Stehgreiftheater, Sketchen und viel Spaß das pralle Leben vermitteln.

Eine Premiere gibt`s mit meinem Lieblingsprojekt der Saison: Wir zeigen per Beamer den Spielfilm „Eat, drink, man, woman“. Die Hauptpersonen sind ein verwitweten chinesischer Koch und seine drei Töchter und es geht ums Kochen, ums Essen, um Männer und Frauen – kurz es geht um die Dinge des Lebens und die wesentlichen Zutaten. Passend zum Film servieren wir ein mehrgängiges chinesisches Menü.  Näheres dazu