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76698 Ubstadt |
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Leben leben – Feste feiern In welchem Jahr es begann, weiß niemand mehr so ganz genau. Anfang der 80er Jahre (des letzten Jahrhunderts! wie das schon klingt!) muss es gewesen sein, dass wir zum ersten Mal ein Fest am 1. Mai in der Hammerschmiede feierten. Einige Dutzend Freunde waren gekommen, und mit großen Erwartungen steckten wir das einige Tage zuvor geschlachtete Lamm auf den Grillspieß, um es über der halbierten Öltonne, in der ein Holzkohlefeuer glühte zu rösten. Das Garen dauerte unvorhergesehen lange, das stundenlange Drehen des Grillspießes erwies sich als ermüdend. Die Salate waren längst gegessen und die Nachbarn waren des „Skandaaal-im-Sperrbezirk-Gegröle“ überdrüssig. Es wurde Abend und dunkel, und schließlich - noch immer zu früh, von Hunger und jugendlicher Ungeduld getrieben - schälte man das Fleisch vom Knochen um es zu verzehren (es war ja dunkel , das blutige Elend nicht augenfällig..…). Nun ja, fürs nächste Jahr hatten wir alle gelernt: es kamen einige Freunde weniger, der Grillspieß wurde mit einem regelbaren Elektroantrieb versehen und das Grillfeuer wurde schon am frühen Morgen entfacht so dass wir letztlich unbekümmert bei Tageslicht essen konnten. Von da an entwickelte sich das Fest am 1. Mai zur Tradition und als wir 1988 unsere Besenwirtschaft eröffneten war es keine Frage für uns: Die Eröffnung sollte am 1. Mai sein – seither für uns der Tag der Arbeit. Wir waren natürlich auf Gäste eingestellt, aber angesichts wahrer Hundertschaften (!) die bei strahlend schönem Wetter an diesem ersten Öffnungstag die Idylle der Hammerschmiede genießen wollten, waren unsere Vorbereitungen doch ungenügend. Zumal die Gäste mit der Idylle nicht zufrieden waren, sondern verständlicherweise auch essen und trinken wollten und zwar von gespülten Tellern und aus polierten Gläsern. Hinter den Kulissen ging es chaotisch zu an diesem Tag, aber für die Gäste war, wie man uns später berichtete, nur zu spüren, dass doch „einiges los war“. Im folgenden Jahr waren wir besser vorbereitet, es wurde nie mehr so dramatisch wie bei dieser Feuerprobe. Der Alltagsbetrieb in der Besenwirtschaft war im Allgemeinen beschaulicher. Zur Erinnerung: In diesen ersten Jahren saßen unsere Gäste an einigen Biertischgarnituren im Hof, hin und wieder entkamen die Schafe, Hühner oder Gänse aus ihrem Gatter und tummelten sich dazwischen. Im Gebäude waren die Boxpaletten mit dem Flaschenwein zur Seite gerückt, um Platz zu machen für fünf Tische, die die Namen unserer Kinder trugen. Flammkuchen gab´s anfangs am Donnerstag. Bald konnte man an der Parkplatzsituation den Donnerstag erkennen und flugs machten wir alle Öffnungstage zu Flammkuchentagen. Auch die Möbel wurden mit den Jahren komfortabler – schließlich weiß man mit zunehmendem Alter selbst eine Rückenlehne sehr zu schätzen. …zum Schlemmen und Schlotzen…. Die Kücheneinrichtung der Anfangsjahre war zweckmäßig für die Zubereitung von Salaten und die Vorbereitung der Flammkuchen, die dann im Holzofen im Hof gebacken wurden,
kulinarische Höhepunkte ließen sich aber nicht verwirklichen. (Auch wurde der Flammkuchen hin und wieder doch sehr dunkel oder es fand sich gar noch ein Stück Holzkohle am Teig klebend..) Nach und nach im Laufe der folgenden
Jahre wurde immer mal wieder umgebaut, erweitert und neu angeschafft, so dass Mitte der 90er Jahre die „Infrastruktur“ es erlaubte, die Kreativität des Kochs auf die Gerichte zu lenken statt auf die Überwindung technischer
Unzulänglichkeiten. Ab jetzt gab es alljährlich besondere Veranstaltungen - Brunch, Sektfrühstück, Italienischer Abend – die sehr schnell sehr beliebt waren bei unseren Stammgästen. Immer öfter gab´s dann Anfragen wegen
Familienfesten oder Betriebsfeiern. Vor einigen Jahren plante ein junges Paar seine Hochzeit bei uns. Sie begannen sehr früh mit den Vorbereitungen, kümmerten sich um alle Details der Planung, sie waren auch etwas unsicher - nicht was das Vorhaben im Prinzip angeht, sondern in einigen Einzelheiten: Ist der Tischschmuck nicht zu karg, die Soße nicht zu üppig, die Zeit zwischen Hauptgang und Dessert nicht zu kurz, die Tischdecke eventuell zu lang? „Sie haben doch Erfahrung, wozu raten Sie uns?“ wandten sie sich vertrauensvoll immer wieder an uns, und wir berieten sie nach Kräften. Wir gaben unser Bestes, das Fest verlief schließlich perfekt, die Hochzeitsgäste waren begeistert, das glückliche Brautpaar bedankte sich danach überschwänglich für die professionelle Beratung und reibungslose Durchführung. Hätten wir jetzt noch gestehen sollen, dass es die erste Hochzeit war, die bei uns gefeiert wurde? Seither finden alljährlich einige Hochzeits- und Geburtstagsfeste, Kommunions- und Konfirmatiosfeiern, Weihnachts- und Betriebsveranstaltungen bei uns statt, auch für 2003 gibt es bereits einige Termine. Wir freuen uns schon auf unsere Gäste und ihre Feste!
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Vom Lamm am Spieß… |
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